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Zur Historie des Mitteldeutsche Institut für Psychoanalyse Halle e.V.

Verfasserin: DP Martina Heine

Das Mitteldeutsche Institut für Psychoanalyse Halle e.V. (M.I.P.) ist eine staatlich anerkannte Aus- und Weiterbildungsstätte für Psychologen und Ärzte. Es stellt umfassende Aus- und Weiterbildungsangebote in psychoanalytischer und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie auf Grundlage der gültigen Rechtsvorschriften und Richtlinien zur Verfügung.

Unser Institut wurde 1993 gegründet und erhielt als erstes Ausbildungsinstitut der neuen Bundesländer seine Anerkennung durch die kassenärztliche Bundesvereinigung. Mit der Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes im Jahre 1999 erfolgte die staatliche Anerkennung durch das Landesprüfungsamt für Versorgung und Soziales in Sachsen-Anhalt.

Gegründet wurde das MIP maßgeblich durch:

Durch diese GründerInnen wurden das traditionelle Werk der Psychoanalyse nach Sigmund Freund und seiner Nachfolger in der staatlich anerkannten Ausbildung von neuen PsychoanalytikerInnen und TiefenpsychologInnen wertschätzend vermittelt und etabliert und in moderner Form den studierenden Kandidaten lebendig nahegebracht.

Darüber hinaus hatte aber auch jeder der Gründungsinitiatoren eigene methodische Beiträge, die in die analytisch-tiefenpsychologische Arbeit/Ausbildung praxisnah integriert werden konnten. Hervorzuheben ist für Dr. Maaz sein Beitrag in der körperorientierten-analytischen Psychodynamischen Psychotherapie (Literatur: Maaz, 1997a, b) und für Frau Prof. Fikentscher und Prof. Hennig ihre umfangreichen Beiträge in der Imaginativen Psychotherapie (Katathymes Bilderleben; Literatur: Hennig, 1969, 1999).

Basierend auf den theoretischen und praktischen psychoanalytischen Prämissen entwickelten sie durch ihre theoretischen Überlegungen und praktischen Umsetzungen eine eigene zusätzliche Vision von der Multimodalität in der Psychotherapie.

Inhaltlich steht das M.I.P. für die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Vision seiner Begründer.

So verbinden sich im Institut verschiedene psychoanalytisch begründete Verfahren und Methoden. Die Verfahren sind analytische Therapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Besondere Techniken sind die Psychodynamische Einzeltherapie, die katathym-imaginative Psychotherapie, analytische Körpertherapie, Traumatherapie und Gruppenpsychotherapie. Dazu kann man auch den Artikel von Dr. Ralf Vogt zur Multimodalität und Modifizierten Psychotherapie im Button „Theoretische Besonderheiten des MIP“ vertiefend nachlesen (Vogt, 2013, 2020).

Wir verstehen Multimodalität in der Psychotherapie als gewinnbringende Ergänzung und Erweiterung der klassisch analytischen und tiefenpsychologischen Behandlungsverfahren stets unter Reflektion der patientenspezifischen Behandlungsindikation, der individuellen Voraussetzungen und Kompetenzen des Therapeuten sowie des analytischen und psychodynamischen Geschehens im Therapieprozess.

Unter dieser Prämisse ermöglicht das Mitteldeutsche Institut für Psychoanalyse Halle e. V. eine Psychotherapieausbildung, in der die Möglichkeit besteht im Rahmen der theoretischen Ausbildung verschiedene therapeutische Methoden kennenzulernen, unter unabdingbarer Nutzung von Selbsterfahrung zu erlernen und unter kontinuierlicher Supervision in der praktischen Ausbildung anzuwenden und zu üben.

Damit bestehen über Ihre gesamte Aus- und/oder Weiterbildungszeit an unserem Institut kontinuierliche Entwicklungschancen auf dem Weg zu einer persönlichen psychotherapeutischen Identität. Jeden/e AusbildungkandidatInnen auf diesem Weg individuell, entsprechend seiner Bedürfnisse und Notwendigkeiten, zu unterstützen ist dem Lehrpersonal und dem Vorstand des M.I.P. ein am Herzen liegendes Bedürfnis.

Eine besondere Herausforderung stellt die am 01.September 2020 in Kraft getretene Ausbildungsreform für Psychotherapie dar. Einerseits fordert sie die Sicherstellung der Ausbildung für die in der Übergangsregelung befindlichen angehenden PsychoanalytikerInnen und TiefenpsychologInnen. Zum anderen sehen wir unsere Aufgabe auch darin unseren Beitrag zu leisten, die im Gesetz zwar explizit festgeschriebene aber von den Hochschulen nicht vollumfänglich realisierbare Methodenvielfalt in der universitären Ausbildung, zumindest beim Erwerb der Fachkunde zu ermöglichen. Der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ihren notwendigen Platz in der Behandlung von Patienten zu festigen erscheint uns als eine wichtige Aufgabe der Gegenwart und Zukunft.

Literaturangaben:

Hennig, H.; Fikentscher, E.; Bahrke, U.; Rosendahl, W. (Hrsg.) (1996). Kurzzeit-Psychotherapie in Theorie und Praxis. Lengerich: Pabst.

Hennig, H. (Hrsg.) (1999). Katathym – imaginative Psychotherapie als analytischer Prozeß. Lengerich: Pabst.

Maaz, H.-J. (1997a). Analytische Psychotherapie im multimodalen Ansatz. Lengerich: Pabst.

Maaz, H.-J.; Hennig, H.; Fikentscher, E. (Hrsg.) (1997b). Integration des Körpers in die analytische Psychotherapie. Lengerich: Pabst.

Vogt, R. (2013). SPIM 30. Behandlungsmodell für dissoziative Störungen. Kröning: Asanger Verlag.